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Investor Relations

Innovative Finanzierung: IMMOFINANZ AG verwendet rund 9% eigene Aktien für Finanzierungsgeschäfte

Stefan Schönauer, CFOBeitrag von Stefan Schönauer, CFO
19.12.2012 | 2 Kommentare

Wichtige Parameter dieser Finanzierungen fassen wir Ihnen nachfolgend zusammen und verweisen dabei auf den jüngst auf unserer Homepage veröffentlichten Bericht des Vorstands der IMMOFINANZ AG zu dieser Transaktion:
 
Die IMMOFINANZ AG hat mit der Ad hoc Meldung vom 17. Dezember 2012 bekannt gegeben, dass rund 9% der eigenen Aktien für Finanzierungen im Volumen von EUR 150 Mio. verwendet werden sollen.
 
Dabei veräußert die IMMOFINANZ AG diese Aktien bei einem gleichzeitig vereinbarten Rückerwerb am Ende der Laufzeit von bis zu 3 Jahren. Verkaufs- und Rückkaufspreis sind dabei ident. Damit behält die IMMOFINANZ AG Chancen und Risiken des Kurspotenzials. Die IMMOFINANZ AG hat das Recht, diese Finanzierungen jederzeit – auch vor Ablauf der 3 Jahre – zu kündigen.
 
Ausbezahlte Dividenden aus diesen Aktien, sind der IMMOFINANZ AG durch die finanzierenden Kreditinstitute zurückzuerstatten. Da die IMMOFINANZ AG auch in den nächsten Jahren beabsichtigt, die Dividenden als Einlagenrückzahlung auszuzahlen, kann dabei auch ein KESt-Abzug vermieden werden.
 
Die finanzierenden Kreditinstitute erhalten für die Dauer der Finanzierungen an den EURIBOR gebundene Zinsen, die deutlich unter den derzeitigen Finanzierungskosten der beispielsweise im Juli 2012 emittierten Unternehmensanleihe liegen.
 
Während der Laufzeit der Finanzierungen haben die finanzierenden Kreditinstitute die Verfügungsbefugnis über die Aktien (und sind damit theoretisch auch stimmberechtigt).
 
Weitere Aktienrückkäufe durch die IMMOFINANZ AG sind durch diese Maßnahme nicht ausgeschlossen. Dabei kann der Bestand an eigenen Aktien von maximal 10% allerdings nicht überschritten werden. Ist diese 10%-Grenze erreicht, können eigene Aktien eingezogen werden, um einen möglichen Rückkauf weiterführen zu können. Durch das derzeit durchgeführte Aktienrückkaufprogramm wird die 10%-Grenze nicht überschritten werden.
 
Bilanziell (nach IAS 32) werden die eigenen Aktien in dieser gewählten Struktur weiterhin als Abzugsposten im Eigenkapital des IFRS-Konzernabschluss der IMMOFINANZ Group ausgewiesen und die Finanzierungen werden als Verbindlichkeiten dargestellt. Dies gilt insbesondere deswegen, weil Chancen und Risiken aus den eigenen Aktien bei der IMMOFINANZ AG verbleiben.

2 Kommentare

 Konrad Magauer Konrad Magauer
16.01.2013 | 10:03

Sg. Hr. Schönauer!

Ich bin nicht aus der Finanzbranche, deshalb würde ich mir eine Erklärung zur Innovativen Finanzierung der Immofinanz mittels vorübergehenden Aktienverkauf wünschen.
Soweit ich es verstehe, werden ca 100 Mio. Stück Aktien an Banken um 150 Mio. Euro vorübergehend verkauft. Dies entspricht einem Preis von ca. 1,5 € /Aktie.
Meine Frage deshalb: Sind Immofinanzaktien derzeit nicht teurer in so großen Summen "verleihbar"?
Diese Banken sind zudem voll stimmberechtigt?

Ich ersuche um Erklärung auch im Blog, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen oder erst gar nicht aufkommen zu lassen

Freundliche Grüße
Magauer Konrad

Antworten
Stefan Schönauer, CFO Stefan Schönauer, CFO
22.01.2013 | 16:57

Sehr geehrter Herr Magauer!
 
Das innovative Element dieser Finanzierung besteht darin, dass eigene Aktien quasi als „Sicherheit“ an Banken gegeben werden können.
 
Damit konnte erreicht werden, dass Liquidität für zukünftige Investitionen generiert wurde, die mit dem Zweck verwendet werden soll, steigende Erträge für unsere Aktionäre zu erwirtschaften. Bis zu diesem Zeitpunkt hat das in unsere eigenen Aktien investierte Kapital mit der Ausnahme des Kurssteigerungspotentials und der „Dividendenersparnis“ – diese beiden Komponenten bleiben auch weiterhin unverändert erhalten – keine Erträge bzw. keinen Liquiditätszufluss für den Konzern ermöglicht. Nun kann hier gebundenes Kapital wieder frei gemacht werden und zur Wertschöpfung beitragen.
 
Wie Sie bereits meinem Blogeintrag zu dieser Finanzierung entnehmen konnten, werden die Aktien zum gleichen Preis wieder zurückgekauft. Dies sichert der IMMOFINANZ die Ertragschancen und Risiken aus dem Kurspotential der Aktie während der Kreditlaufzeit.
 
Die EUR 150 Mio. wurden mit rund 100 Mio. Stück Aktien „besichert“. Dies stellt ein am Markt übliches Verhältnis zwischen Kreditvolumen und Besicherung in der Höhe von rund 50% dar. Betrachtet man das gesamte Immobilienvermögen der IMMOFINANZ, so ist auch dieses in einem ähnlichen Verhältnis besichert (die Loan-to-Value Ratio der IMMOFINANZ betrug per 31.10.2012 rund 54%).
 
Ja, es ist korrekt, dass die Banken während der Laufzeit der Finanzierung in einer Hauptversammlung theoretisch stimmberechtigt sind. Diese Information finden Sie ebenfalls bereits in meinem ersten Blog Eintrag.
 
Mit besten Grüßen
 
Stefan Schönauer

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