Mailanfrage zur Kursentwicklung am 11.3.2011

Dr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AG Beitrag von Dr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AG am 14.03.2011.
Abgelegt unter News | 0 Kommentare

Folgendes Mail hat uns am Samstag, dem 12.3.2011, erreicht:

Sehr geehrte Frau Dr. Marchart,
 
sehr geehrter Herr Dr. Zehetner,
 
sehr geehrte Damen und Herren,
 
wie Ihnen sicherlich allen noch bewusst ist, ist am frühen Börsenmorgen des 11.3.2011 der Immofinanz-Kurs kurzzeitig auf Euro 2,80 eingebrochen um sich dann wie Phönix aus der Asche rasch wieder zu erholen und für den Rest des Tages wie eine Flunder so flach bei 2,96 Euro zu notieren.
 
An sich bin ich als Anleger davon ausgegangen, dass es in Österreich ein funktionierendes Börsenwesen gibt und an Zufälle glaube ich schon gar nicht.
 
Für mich, und vermutlich auch für 99% aller Nicht-Insider-Immofinanz-Interessierten, ist es unerklärlich, wie ein fast ATX-Unternehmen mit der Marktkapitalisierung innerhalb weniger Minuten um fast 10% in die Knie gehen kann.
 
Ich bitte Sie daher, mir folgende Fragen zu beantworten:
 
@Immofinanz:
 
Eine solche Kursbewegung, wie sie am Freitag stattgefunden hat, lässt sich nur mit einer erheblichen Stückzahl an Aktien erreichen. Herr Dr. Zehetner, hatten Sie vor dem 10.3.2011 Informationen darüber, dass die Immofinanz selber oder ein wesentlich Beteiligter die Absicht hatte, am Freitag den 11.3. 2011 eine große Anzahl an Aktien zu veräussern um sie dann evtl. später wieder zurückzukaufen? Gab es Absprachen mit den Banken bezüglich eines kursbeeinflussenden Vorgehens am Freitag Morgen? Wenn ja, warum wurden solche kursrelevanten Informationen nicht veröffentlicht?
 
Können Sie bitte für Freitag, den 11.3.2011 nicht nur die Anzahl der von der Immofinanz netto gekauften Aktien veröffentlichen sondern die an diesem Tag aus dem Eigenbestand gekauften und verkauften Aktien.
 
 
@RCB:
 
Sehr geehrte Frau Dr. Marchart, Ihre Bank verkauft eine Vielzahl von innovativen Produkten. Ich habe z.b. das OPEN END TURBO LONG ZERTIFIKAT AUF IMMOFINANZ AG (RCB6FE) gekauft. Dafür möchte ich mich bedanken. Wenn solche Produkte aber verkauft werden, dann besteht auch ein gewisses faires partnerschaftliches Vertrauensverhältnis.
 
Warum wurde am 11.3.2011 in 15 Minuten nach Börseneröffnung für die von Ihnen entwickelten und vertriebenen Produkte kein einziger Marktkurs gestellt? Anleger, die auf Ihre Produkte vertraut haben, waren nicht in der Lage, die Produkte zurückzugeben. Entspricht das überhaupt den Bedingungen des Wertpapierhandels in Österreich oder muss die ausgebende Bank sich nicht verpflichten, Ihre Produkte auch zum Marktkurs wieder zurückzunehmen?
 
Hatten Sie etwa Informationen über den geplanten Aktienverkauf? Haben Sie selber die Kurse in diese Richtung bewegt, um die Zertifikate zum Schaden Ihrer Kunden zurückzunehmen?
 
Ich möchte hier auch in aller Form um Ihre Kulanz bitten. Die Zertifikate hätten kurz nach dem KO und auch weiter bis zum Börsenschluss des 11.3.2011, ausgehend von einem Immofinanz-Kurs von 2,96 einen inneren Wert von 0,36 Euro (2,96-2,60Euro) gehabt. Ich bitte Sie daher, der Einmaligkeit der Ereignisse wegen und aus Fürsorge für Ihre geschätzen Kunden im In- und Ausland das Zertifikat daher mit dem eigentlichen inneren Wert von 0,36 Euro abzurechnen. Ohne Anerkennung von Rechtspflichten, nur aus Kulanz.
 
@Wiener Börse und FMA:
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
können Sie mir erklärende Informationen über den plötzlichen Kursabsturz geben? Österreich ist nicht Jamaika, wie ist das möglich bei einem fast ATX-Unternehmen mit dieser Marktkapitalisierung?
 
Ich bedanke mich schon mal im Voraus freundlichst für Ihre aufschlussreichen Anworten und bezüglich RCB auch für die gewährte Kulanz bei der Schlussabrechnung des Zertifikats.
 
Ich werde diesen Brief in das Börsenforum einstellen.
 
Mit freundlichen Grüssen

(Name bekannt)

Sehr geehrter Herr Aktionär!

Wir hatten selbstverständlich am oder vor dem 10.3.2011 und auch am 11.3.2011  keine Kenntnisse davon, dass dieser Börsetag so verlaufen würde, wie er verlaufen ist.
Wir haben heute an die Börse bzw FMA gemeldet, dass wir am letzten Freitag 795.227 Aktien via unserem Broker Deutsche Bank gekauft haben. Dies wird demnächst auf unserer Homepage zu sehen sein. Selbstverständlich kaufen wir nur und handeln nicht mit den Eigenen Aktien. Die genannte Zahl ist daher sowohl als Netto- wie Bruttostückzahl zu betrachten. Natürlich gab es keine Absprachen zu kursbeeinflussenden Käufen und haben solche auch nicht stattgefunden, weil wir in der relevanten Zeit relativ wenige Stücke gekauft haben.
Wie uns von der Deutschen Bank mitgeteilt wurde, scheint es so gewesen zu sein, dass- möglicherweise wegen der japanischen Erdbebenkatastrophe - eine überhastete, jedenfalls fehlerhafte Order in London das Unterschreiten der EUR 3,00 gebracht hat, was wiederum viele Stop-Loss-Orders auslöste, die schließlich zu dem Kurssturz führten. Dies wird auch durch den Umstand bekräftigt, dass sich danach der Kurs wieder relativ rasch erholte. 

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Eduard Zehetner
 

Kommentar schreiben

Passwort vergessen? Jetzt registrieren
Kommentar abgeben