Vergütungen für die Vorstände

 Helmut Aigner,  - Beitrag von Helmut Aigner, - am 31.01.2011.
Abgelegt unter Fragen an IMMOFINANZ | 4 Kommentare

Sehr geehrter Vorstand Habe heute einen Bericht bei der AdvoFin Prozessfinanzierung gelesen das Immofinanz Vorstände ( Zehetner,Riedl,Winzinger,Rosenmayr und Wiltschnigg) günstige Wandelanleihen kaufen konnten. Ermittlungsauftrag (Aktenzahl 601ST31/10b). Daher meine Frage :Ist der Bericht richtig? Sind die Gehälter der Vorstände nicht schon hoch genug um solche Missstände zu verhindern? Ich habe immer ein großes Vertrauen ihn Dr. Zehetner gesetzt. mfg Helmut Aigner
Dr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AGDr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AG, 03.02.2011

Sehr geehrter Herr Aigner!

Ich weiß nicht, was Advofin schreibt noch was Inhalt des Ermittlungsauftrags ist, weil beide mir nicht zur Kenntnis gebracht wurden.
In diesem Land hat sich ja offensichtlich eingebürgert, dass - auch aus den befassten Behörden - Dokumente an die Presse gelangen, lange bevor der Betroffenen informiert wird oder Ermittlungshandlungen gesetzt werden. Ich kenne lediglich aus zweiter Hand (von Journalisten) Anzeigen zu diesem Thema, welche völlig haltlos sind.
Ich habe das Thema "Wandelanleihe und Long Term Incentive Porgamm" für die Vorstände der IMMOFINANZ bislang in zwei Hauptversammlungen und mehreren Pressekonferenzen erläutert. Gerne tue ich das hier nocheinmal.
In diesem Zusammenhang gibt es keine "Missstände", wie von Ihnen behauptet. Mit meinem Eintritt und der nachfolgenden Reorganisation der Vorstände von IMMOFINANZ und IMMOEAST gab es das Versprechen des Aufsichtsrates, im Falle der Vermeidung der Insolvenz und einer nachfolgenden, erfolgreichen Restrukturierung der Unternehmensgruppe eine entsprechende "Erfolgsbeteiligung" vorzusehen. Nachdem eine positive Fortführungsprognose erstellt und die unmittelbare Insolvenzgefahr beseitigt war, hat der Aufsichtsrat im Februar 2009 (vorher wäre es aus den geschilderten Gründen ja auch verfrüht gewesen) das "Long Term Incentive Programm mit Wandelanleihen" beschlossen. Auf meinen Antrag hin wurde die Umsetzung solange ausgesetzt, bis die Liquiditätssituation des Unternehmens so abgesichert war, dass der generelle Anleihenrückkauf, der äußerst lukrativ für das Unternehmen war, gestartet werden konnte.
Der Ankauf der Wandelanleihen wurde im Rahmen dieses umfassenden Rückkaufprogrammes vom Unternehmen vorgenommen und zum damaligen Marktpreis an die Vorstände weitergegeben. Der Kaufpreis wurde - drittüblich verzinst und besichert mit den Wandelanleihen - gestundet. Das Investment erfolgte damit auf volles Risiko der Vorstände. Der Beitrag des Unternehmens war die Stundung.  
Der gesamte Vorgang wurde ordnungsgemäß vom Aufsichtsrat genehmigt. Für das Unternehmen ergibt sich nicht einmal eine zusätzliche Liquiditätsbelastung noch irgendein sonstiger wirtschaftlicher Aufwand daraus.
Ich habe privat auch in diese Wandelanleihen investiert. Das hätte ich auch fremdfinanziert tun können. Der Zinsstz wäre nachweislich unter jenem gelegen, den die Vorstände für die Stundung bezahlen.
Und die häufig geäußerte Meinung, welche auch Inhalt von Anzeigen ist, Vorstände müssten den Erwerb von Wandelanleihen melden, ist falsch. Eine entsprechende Bestätigung kann jederzeit bei der FMA eingeholt werden.
Und wenn Sie meinen, dass die Gehälter der Vorstände - und insbesondere meines - nicht ohnehin schon hoch genug sind, darf ich Ihnen sagen, dass viele institutionelle Investoren -insbesondere anglikanische - denken, dass diesem Vorstand und vor allem mir - zuwenig Anreize gegeben sind, um zu 100% im Interesse der Aktionäre zu arbeiten. Standardaussage dazu ist: "In den USA würde Ihnen nach erfolgreicher Sanierung jetzt 10% des Unternehmens gehören. Wodurch sind Sie motiviert, sich diesen Job anzutun, obwohl Sie diese Möglichkeit nicht haben?".
Dazu ein paar Vergleichszahlen: Der Börsewert der IMMOFINANZ bei meinem EIntritt war  rund 150 Millionen EUR, unter Einbeziehung der IMMOEAST-Minderheitsaktionäre, die mittlerweile IMMOFINANZ-Aktionäre sind, rund 250 Mio EUR. Jetzt ist er rund 3,4 Mrd EUR (=3.400 Millionen EUR), knapp das 14-fache.. 10% davon wären mir genug, da würde ich rückwirkend gerne auf meinen Gehalt verzichten.
 Da ich aber lieber in Österreich als in den USA lebe, die genannten Optionsprogramme auf 10% des Unternehmens für obszön halte, bin ich mit meiner Entlohnung zufrieden. Gleichzeitig lehne ich es aber ab, mich für Investments auf eigenes Risko verantworten zu müssen.
Ich hoffe, die vorstehenden Ausführungen ermöglichen Ihnen nun auch eine ausgewogene Sicht der Dinge und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr. Eduard Zehetner

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 Helmut Aigner,  - Helmut Aigner, - , 07.02.2011

Sehr geehrter Hr. Zehetner. Ich möchte mich bei ihnen für die Antworten meiner Fragen und die Arbeit die sie für die Immofinanz leisten Herzlich bedanken. Ps: Mein Misstrauen beruht sich auf ihren Vorgänger der auch um 100000 € Aktien gekauft hat und nach 4-5 Monaten waren sie nur noch 0,23 € wert Mit freundlichen Grüssen Helmut Aigner

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 Sasha Aulov, Spediteur - privat Sasha Aulov, Spediteur - privat, 10.02.2011

Sehr geehrter Herr Zehetner! Will kurz Sie zur Ihren amerikanischen Einsichten dazu sagen. In den USA hätten die Manager die Immofinanz gleich eine Insolvenzerklärung erklärt und die Schuldenquote auf 40% gesenkt. Jetzt wäre IIA ohne bedeutenden Schulden. Aber den Gläubigen wäre diese Variante nicht so passend, besonders wenn der Realwert des Unternehmens viel höher ist als die Schulden. Ja, es war eine Immokriese, aber nicht so dramatisch wie in den USA. Wenn sie sich vergleichen mit den USA, dann versuchen Sie, dort in der Immobrache zu behaupten. Sie haben wirklich gute Arbeit gemacht, Klebel vor Ihnen hat nur die Häuser günstig veräußert. Wenn die Immokrise in China kommt, bin ich auf ihre Meinung gespannt. Mit dem Aktienkurs kann man auch schwer zu vergleichen. Schauen Sie die andere Immowerte an, alle sind fast auf 3-Jahresniveau . Und die IIA ist nur die Hälfte

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Dr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AGDr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AG, 14.02.2011

Lieber Herr Aulov!

Der amerikanische Chapter 11 ist für eine Immobilien AG keine Option, wie auch eine Insolvenz in unseren Breiten nicht, auch nicht nach dem neuen Insolvenzrecht.
Dies würde nämlich nicht Schutz vor den Gläubigern bedeuten, sondern die Gläubiger würden sofort das Unternehmen zerschlagen, da ja realisierbare Assets vorhanden sind.
Was unsere (wenigen) Assets in den USA betrifft, haben sich diese dank Ihrer guten Qualität (Appartement-Anlagen) sehr gut geschlagen und wir haben keinen Cash verloren. Am Ende des Tages werden wir hier mit Gewinn aussteigen.
Inwieweit das Platzen einer chinesischen Immobilienblase uns betrifft, wissen wir nicht. Es wäre jedenfalls unvergleichbar besser, wenn das nicht passiert.
Was den Vergleich mit unseren Peers in Österreich betrifft, so liegen wir im Schnitt der Branche, was den Aktienkurs betrifft. Alle vergleichbaren Unternehmen leiden unter der schlechten Perzeption Osteuropas und den beiden berühmten Namen KP und JM.

MfG
Dr. Eduard Zehetner

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