Lob und Fragen an Dr. Z.

 Thomas Gusenbauer, Privatkundenbetreuer - Raiffeisenbank Hall in Tirol Beitrag von Thomas Gusenbauer, Privatkundenbetreuer - Raiffeisenbank Hall in Tirol am 27.10.2010.
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Sehr geehrter Hr. Dr. Zehetner! Schon seit einigen Jahren verfolge ich die Entwicklung des Unternehmens Immofinanz/Immoeast sehr interessiert. Ich darf Ihnen und Ihrem Team für die in den letzten 20 Monaten geleistete Arbeit recht herzlich gratulieren. Ohne Ihren großen Einsatz für das Unternehmen wäre eine erfolgreiche Sanierung von Österreichs größtem Immobilienkonzern sehr fraglich gewesen! Sie haben sehr viele wichtige und richtige Schritte gesetzt und es wurde vor allem die Transparenz deutlich erhöht. Denn nur damit kann in der Vergangenheit verspieltes Vertrauen wieder zurück gewonnen werden. Vor allem die Finanzberichte haben inzwischen eine sehr hohe Informationsqualität erreicht. Aber auch die neue Homepage inkl. der laufenden Infos (Unternehmenskalender, Unternehmenspräsentationen, verbesserte Objektübersicht, etc) liefern laufend wertvollen Input. Sehr zu begrüßen ist auch die Ankündigung, die genauen Details zu den Finanzverbindlichkeiten in die Geschäftsberichte einzubauen. Mit dieser Lösung sollte es hoffentlich in Zukunft von Analystenseite keine unqualifizierten Äußerungen mehr zum Thema Refinanzierungsbedarf geben! Alles in allem eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung. Ich hoffe daher sehr, dass wir bald von einer vorzeitigen Verlängerung Ihres Vorstandsmandates hören werden. Erlauben Sie mir aber dennoch noch ein paar Fragen bzw. Anregungen: Wie aus der HV–Präsentation ersichtlich, laufen derzeit Verhandlungen über die Aufstockung der Beteiligung an ADAMA. Gibt es auch Verhandlungen mit TRIGRANIT, CATERATA und PRIME PROPERTY? Wie stehen Sie grundsätzlich zu diesen 3 Beteiligungen? Geht es bei diesen Beteiligungen eher in Richtung Verkauf oder Übernahme? Von Mag. Michael Wurzinger wurde im Geschäftsbericht 2009/10 (auf Seite 19) berichtet, dass die Immofinanz in den USA auf Wachstumskurs ist. US-Wohnimmobilien zählen ja nicht zu Immobilien aus den definierten Kernländern. Werden diese trotzdem weiter gehalten oder sollen sie mittel- bis langfristig verkauft werden? Sind diese Holdings auf Grund der aktuellen Situation am US-Immobilenmarkt überhaupt zu einem vertretbaren Preis “loszuwerden“? Wann ist mit der Fertigstellung des Shopping-Centers “Goodzone“ zu rechnen? Wie liegt hier der aktuelle Vorvermietungsgrad? Planen Sie auch diese Einzelhandelsimmobilie nach Fertigstellung (wie auch “Rostokino“) zu 100% zu übernehmen? Gibt es zu “GERLING“ nähere Details? Nach Fertigstellung des Gesamtobjektes wird es ja vermutlich zu einem Verkauf der Eigentumswohnungen kommen. Werden die Büroflächen, Gewerbeflächen und PKW-Abstellflächen in den Bestand übernommen oder sollen auch diese verkauft werden? Ist evtl. geplant den 50%igen Anteil von FRANKONIA an diesen Immobilien zu übernehmen? Wann rechnen Sie beim “ANDREASQUARTIER“ mit dem Baubeginn? Auch hier die Frage: Verkauf oder Übernahme bzw. evtl. Übernahme des 50%igen FRANKONIA Anteiles? Na Prikope 14, Büro- und Einzelhandel (Prag, Tschechien): Wird hier nach Fertigstellung des Objektes die 50% Beteiligung vom Entwicklungspartner übernommen? Wann ist hier mit dem Baustart zu rechnen? Eine kleine Anregung bezgl. der laufenden Entwicklungsprojekte: Per 30.04.2010 gab es 64 Stück “In Bau befindliches Immobilienvermögen“. Im Geschäftsbericht wurden zwar die größten Entwicklungsprojekte angeführt und erläutert. Eine neue in den Geschäftsberichten eingearbeitete und laufend zu aktualisierende Detailübersicht über wirklich ALLE laufenden Entwicklungsprojekte würde die Transparenz (auch gegenüber ihren Mitbewerbern) nochmals deutlich erhöhen. Welche Detailangaben wären wünschenswert? Land, Objektnahme, Immobilienart, geplantes Datum der Fertigstellung, Vorvermietungsgrad in %, Projektanteil der Immofinanz in %, Angabe des Entwicklungspartners, ist eine Übernahme des Projektanteiles vom Entwicklungspartner nach Fertigstellung geplant? Und der prognostizierte Verkehrswert des Projektes nach Fertigstellung. Dieser “Entwicklungskalender“ würde die Informationsqualität in den Quartalsberichten nochmals stark aufwerten! Sie planen Immobilien (vor allem aus nicht Kernländern) im Umfang von rund 500 Mio. p.a. zu veräußern. Dieses Ziel wirkt sehr ambitioniert. Was ist wenn dieses Verkaufsziel nicht erreicht wird? Könnte da nicht zu großer Druck aufgebaut werden, diese Immobilien dann evtl. auch unter den Buchwerten verkaufen zu müssen? Vielleicht um das angepeilte Verkaufziel zu erreichen und die Analysten damit nicht zu enttäuschen? Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen für die Möglichkeit auf diesem Wege mit Ihnen kommunizieren zu können. Vor allem weil Ihre Zeit sehr kostbar und sicherlich äußerst knapp bemessen ist. Viel Glück und Erfolg für die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass Sie diese sehr gut meistern werden und einen entsprechenden Mehrwert für die Aktionäre generieren können. Herzliche Grüße Thomas Gusenbauer
Dr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AGDr. Eduard Zehetner, CEO - IMMOFINANZ AG, 29.10.2010

Lieber Herr Gusenbauer!

Ich versuche einmal, auf Ihre Fragen so gut wie möglich zu antworten:

1. Trigranit, Caterata etc.: Keine Verhandlungen derzeit, die Beteiligungen mit Ausnahme von Prime Property werden mittelfristig gehalten.
2. USA Immobilien: werden fertig entwickelt (=Wachstum) und verkauft. Die Verwertung läuft profitabel (Appartementprojekte in Houston und Umgebung)
3. Goodzone: frühestens Ende 2011, eher 2012. Mieterinteresse ist hoch.
4. Gerling: Siehe Unternehmenspräsentation auf der Homepage. Es ist der Gesamtverkauf geplant, aber nicht, Anteile von Frankonia zu übernehmen.
5. Andreasquartier: Baubeginn ist noch nicht definiert. Übernahme des Frankoniaanteils ist nicht geplant.
6. Na Prikope: Keine Übernahme, Baubeginn (Abbruch) ist erfolgt.
7. Entwicklungsprojekte: Bezüglich der wesentlichen siehe Unternehmenspräsentation. Der von Ihnen gewünschte Detaillierungsgrad und Umfang ist aus Konkurrenzgründen nicht in unserem Interesse.
8. 500 Mio Veräußerung sind weniger als wir 2008/09 geschafft haben. Zudem haben wir überhaupt keinen Liquiditätsdruck für dieses Verkaufsvolumen. Was wir verkaufen, wollen wir reinvestieren. Wenn wir weniger als budgetiert verkaufen, reinvestieren wir halt weniger.

MfG
EZ

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